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Warum dieser Blog?

Veröffentlicht am

Ich freue mich, dass ihr auf meine Seite gestoßen seid und euch die Zeit nehmt, in meinem Blog zu lesen. Ich bin bald 23, studiere ein Fach mit langem Namen und lebe mit meinem Freund zusammen. Ursprünglich komme ich aus Berlin, meine Familie lebt noch immer dort. Deshalb sehe ich sie leider eher selten, aber trotzdem ist es immer wieder schön, ans andere Ende von Deutschland zu fahren.

Nach meinem Abitur habe ich eine Weile im Rettungsdienst und in Krankenhäusern gearbeitet und bin dort vielen spannenden Menschen begegnet. Viele besonders kranke, alte oder vom Schicksal geschlagene Menschen hatten das starke Bedürfnis, sich mitzuteilen und sich für die Entscheidungen zu rechtfertigen, die sie in ihrem Leben trafen. Besonders im Gedächtnis ist mir ein alter Mann geblieben, der durch seine Diabetes-Erkrankung beide Beine verloren hatte. Oft war er aggressiv und unhöflich, weil die Medikamente ihn benebelt machten, doch wenn er klare Momente hatte, war er ein sehr angenehmer Gesprächspartner und geizte nicht mit gut gemeinten Ratschlägen. Einmal stand ich in der Mittagspause mit einem Schokoriegel in der Hand am Eingang der Intensivstation, als er von einem Pfleger an mir vorbeigeschoben wurde. Kurzerhand schnappte er sich meinen Schokoriegel, hob drohend den Zeigefinger und rief: „Mädchen, lerne doch aus meinen Fehlern! Der Zucker nagt dir nur die Beine ab!“

Damit verschwand er um die Ecke. Und mit ihm mein Schokoriegel.

Ein jeder von uns möchte wissen, dass es etwas von ihm gibt, was sein Leben überdauert, dass er Spuren in der Welt hinterlässt, die auf diese Weise niemand anders hätte hinterlassen können. Aus diesem Grund träumen wir davon, berühmt zu werden, Kinder in die Welt zu setzen und neue Freundschaften zu schließen.

Meine Zeit im Rettungsdienst ist bereits eine Weile vorüber, doch ich interessiere mich weiterhin für die Lebens- und Leidensgeschichten der Menschen. Für die Wünsche und Hoffnungen, die uns bis zum letzten Atemzug erhalten bleiben. Für die Vorstellungen der Menschen, was das Sterben betrifft.

Vor einigen Monaten beschloss ich deshalb, eine Ausbildung zur ehrenamtlichen Hospizhelferin zu beginnen, um mich in der Sterbebegleitung zu engagieren. Der Kurs beginnt im November.

In diesem Blog möchte ich meine Gedanken und Erfahrungen festhalten, die meine ersten Schritte als Sterbebegleiterin untermalen.
Ich möchte mich mit der Endlichkeit auseinandersetzen und dadurch den Wert des Lebens schätzen lernen, um aus den Fehlern anderer Menschen zu lernen. Und wenn es nur um einen Schokoriegel geht.
Ich wünsche euch viel Freude beim Lesen.

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Über Alina

Ich bin Studentin und angehende Sterbebegleiterin. Ich habe schon immer gern besonders älteren Menschen beim Erzählen zugehört und möchte in meinem Blog berührende Lebensgeschichten sammeln, damit wir gemeinsam wieder lernen können, den Menschen um uns herum zuzuhören. Falls Ihr Fragen oder Anliegen habt, kontaktiert mich jederzeit unter pin.chen[at]live.com.

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