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Monatsarchiv: Juli 2013

Erzähl mir deine Geschichte – Sophie

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Sophie ist bei einem Krisennotdienst angestellt, der telefonische Betreuung und eine erste Anlaufstelle für Menschen bietet, die mit ihrer Situation überfordert sind und Hilfe brauchen. Ich traf sie an ihrem Arbeitsplatz: ihrem Wohnzimmertisch, der mit einer Taschentuchpackung unter einem Bein stabilisiert wird, weil er ansonsten so sehr schwankt, dass der Kaffee überschwappt. Dort sitzt sie meistens auch, wenn sie ihre Anrufe entgegennimmt.

„Schön, dass du da bist, setz dich doch bitte. Haha, nein, die Stühle sind bisher stabil, da musst du keine Sorge haben. Möchtest du ein Glas Wasser? Es ist doch sehr warm draußen. Bitte sehr.

So. Du möchtest wissen, wie mein Alltag so abläuft und was der Krisennotdienst so macht, nicht wahr? Gut, lass mich einen Moment überlegen. Lies den Rest dieses Beitrags

Momentaufnahme Nr. 12 – Wie eine Schachtel Kekse

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Kennt ihr das, wenn ihr um eine angebrochene Keksschachtel herumschleicht und einfach nicht damit aufhören könnt, an ihr herumzuzupfen und sie anzustarren? Oder wenn ihr im Geschäft erst einmal den Fehler gemacht habt, die schönen Ohrringe in die Hand zu nehmen und anschließend die Finger nicht mehr von den glitzernden Steinen lösen könnt?

So geht es mir mit diesem Blog. Ich habe viele sehr nette Emails bekommen und wurde wiederholt gebeten, das Schreiben wieder aufzunehmen. Seitdem klicke ich die Seite an, starre auf die Buchstaben, bis sie bunt durcheinanderwirbeln und drücke das Fenster wieder weg. Bis ich die Seite wieder aufrufe, um das Spiel erneut zu spielen.

Du kannst natürlich mit dem Bloggen aufhören, weil du dich erschreckt hast, dass das alles doch nicht so anonym ist, wie du geglaubt hast, schrieb ein Leser, der sowieso gerne in einen predigend-charmanten Tonfall verfällt. Aber wenn du nicht weiterschreibst, wer dann? Über die Sterbebegleitung gibt es bisher zu wenig.

Das ist richtig. Und es war einer der Gründe, weshalb ich mit dem Schreiben dieses Blogs begonnen habe. Mir wurde gesagt, dass es normal ist, manchmal alles hinwerfen zu wollen und die Seite monatelang unangetastet im Internet schweben zu lassen. Dass es keine Schande ist, mal für ein paar Wochen nicht zu schreiben und sich danach mit einer fadenscheinigen Ausrede zurückzumelden. Es geht eigentlich nicht darum, wie oft man in seinem Blog schreibt, sondern nur darum, ob man hinter den Dingen steht, die man von sich gibt. Und ich möchte hinter dem stehen, was ich schreibe.

Deshalb sollte es mir egal sein, ob jemand aus meinem Bekanntenkreis mitliest, ein Familienmitglied oder eine andere Kursteilnehmerin. Vielleicht sind meine Texte keine Bedrohung, sondern vielmehr eine Chance, die Kontakte auf eine neue Ebene zu heben und die alltägliche Kommunikation in neue Wege zu leiten. Wer weiß schon, welche Wellen sein Verhalten schlagen wird, bevor er es ausprobiert?

„Du bist launisch“, sagte mein Freund, als ich in den letzten Tagen immer wieder von diesem Thema anfing. „Mach doch einfach und denk nicht so viel.“

Einfach gesagt. Und – wenn ich ganz ehrlich bin – auch einfach umgesetzt. Ich muss mich nur an meinen Laptop setzen, meine Finger auf die Tastatur legen und schreiben.

Einfach nur schreiben. Und das werde ich auch tun.

Aber ohne das bisherige Versteckspiel, ohne das Pseudonym Pinchen.

Mein Name ist Alina. Und ich freue mich darauf, euch zwischen diesen Zeilen neu zu begegnen.

Ein kleiner Abschied – nicht für immer

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Hallo, ihr Lieben.

Wie ihr sicher gemerkt habt, komme ich immer seltener dazu, Artikel für diese Seite zu schreiben. Das liegt zum Teil daran, dass ich momentan meinen Umzug nach Berlin plane und gleichzeitig an meiner Abschlussarbeit schreibe. Nebenbei möchte ich viel Zeit mit meinem Freund verbringen, weil wir für die nächsten sechs Monate eine Fernbeziehung führen müssen. Solange, wie sein Arbeitsvertrag im Westen noch läuft und ich bereits wieder in Berlin lebe.

Den Befähigungskurs zur Sterbebegleiterin möchte ich nach Möglichkeit weiter besuchen und auch im November zu Ende bringen, dafür schiebe ich auch meine Praktikumspläne nach hinten.

Nun ist aber etwas Entscheidendes passiert, was mich daran hindert, hier ungehemmt meine Erfahrungen mit euch zu teilen: Eine der Kursteilnehmerinnen liest meinen Blog und hat mich auf die Parallelen zu unserem Kurs angesprochen.

Ich hätte niemals gedacht, dass jemand aus meinem Umfeld zufällig auf meiner Seite landen könnte. Allerdings gibt es so wenig Blogs zum Thema Sterbegleitung, dass ich es eigentlich hätte erahnen können. Das Internet ist zu groß, zu weit, zu tief, als dass man auf etwas stoßen könnte, was mit dem eigenen Leben so direkt verbunden ist. Dachte ich.

Diese Seite ist damit kein Rückzugsort mehr für mich.

Ich ertappe ich immer häufiger, dass ich meine Gedanken nicht mit meinen eigenen Empfindungen analysiere, sondern stattdessen fremde Perspektiven einnehme. Kann ich das so schreiben oder fühlt sich XY dann angegriffen? Was würde meine Familie von mir halten, wenn ich an dieser Stelle wirklich so ehrlich bin?

Ich werde meine Erfahrungen mit dem Tod weiterhin aufschreiben, aber nicht mehr ohne Weiteres zugänglich machen. Wer weiß, vielleicht nutze ich die zwei Monate Zeit zwischen Studium und Praktika, um alles in Ruhe aufzuschreiben und dann komprimiert als Erfahrungsbericht zu veröffentlichen, vielleicht sogar in Form eines Manuskripts. In letzter Zeit habe ich immer wieder mit dem Gedanken gespielt, mich am Medium Buch zu versuchen, vielleicht ist jetzt ein guter Zeitpunkt dafür.

Es gibt noch so viele Berufsgruppen, denen ich Dankestüten schenken wollte, so viele Menschen, die ich interviewen und von denen ich erzählen wollte. So viele Erlebnisse, denen ich Gesichter verleihen und Orte, denen ich Stimme geben wollte.

Das werde ich auch tun, aber woanders. Zuerst einmal in meinem Kopf. Wohin das führt, weiß ich noch nicht so genau, aber das ist auch das Schöne an der Sache.

Euch wünsche ich alles Liebe und Gute in eurem Leben, bis sich unsere Wege wieder kreuzen, denn das tun sie sicher. Ich möchte mich bei allen bedanken, die in diesem Blog gelesen, kommentiert und nachgedacht haben. Es hat mir großen Spaß gemacht, mich mit euch auszutauschen und mich mit euren Meinungen und Erlebnissen auseinanderzusetzen. Ihr habt dem Internet mehr Farbe gegeben und es zu einem schönen Ort für mich gemacht.

Vielen, vielen Dank dafür!

Liebe Grüße

Pinchen

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