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Momentaufnahme Nr. 12 – Wie eine Schachtel Kekse

Veröffentlicht am

Kennt ihr das, wenn ihr um eine angebrochene Keksschachtel herumschleicht und einfach nicht damit aufhören könnt, an ihr herumzuzupfen und sie anzustarren? Oder wenn ihr im Geschäft erst einmal den Fehler gemacht habt, die schönen Ohrringe in die Hand zu nehmen und anschließend die Finger nicht mehr von den glitzernden Steinen lösen könnt?

So geht es mir mit diesem Blog. Ich habe viele sehr nette Emails bekommen und wurde wiederholt gebeten, das Schreiben wieder aufzunehmen. Seitdem klicke ich die Seite an, starre auf die Buchstaben, bis sie bunt durcheinanderwirbeln und drücke das Fenster wieder weg. Bis ich die Seite wieder aufrufe, um das Spiel erneut zu spielen.

Du kannst natürlich mit dem Bloggen aufhören, weil du dich erschreckt hast, dass das alles doch nicht so anonym ist, wie du geglaubt hast, schrieb ein Leser, der sowieso gerne in einen predigend-charmanten Tonfall verfällt. Aber wenn du nicht weiterschreibst, wer dann? Über die Sterbebegleitung gibt es bisher zu wenig.

Das ist richtig. Und es war einer der Gründe, weshalb ich mit dem Schreiben dieses Blogs begonnen habe. Mir wurde gesagt, dass es normal ist, manchmal alles hinwerfen zu wollen und die Seite monatelang unangetastet im Internet schweben zu lassen. Dass es keine Schande ist, mal für ein paar Wochen nicht zu schreiben und sich danach mit einer fadenscheinigen Ausrede zurückzumelden. Es geht eigentlich nicht darum, wie oft man in seinem Blog schreibt, sondern nur darum, ob man hinter den Dingen steht, die man von sich gibt. Und ich möchte hinter dem stehen, was ich schreibe.

Deshalb sollte es mir egal sein, ob jemand aus meinem Bekanntenkreis mitliest, ein Familienmitglied oder eine andere Kursteilnehmerin. Vielleicht sind meine Texte keine Bedrohung, sondern vielmehr eine Chance, die Kontakte auf eine neue Ebene zu heben und die alltägliche Kommunikation in neue Wege zu leiten. Wer weiß schon, welche Wellen sein Verhalten schlagen wird, bevor er es ausprobiert?

„Du bist launisch“, sagte mein Freund, als ich in den letzten Tagen immer wieder von diesem Thema anfing. „Mach doch einfach und denk nicht so viel.“

Einfach gesagt. Und – wenn ich ganz ehrlich bin – auch einfach umgesetzt. Ich muss mich nur an meinen Laptop setzen, meine Finger auf die Tastatur legen und schreiben.

Einfach nur schreiben. Und das werde ich auch tun.

Aber ohne das bisherige Versteckspiel, ohne das Pseudonym Pinchen.

Mein Name ist Alina. Und ich freue mich darauf, euch zwischen diesen Zeilen neu zu begegnen.

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Über Alina

Ich bin Studentin und angehende Sterbebegleiterin. Ich habe schon immer gern besonders älteren Menschen beim Erzählen zugehört und möchte in meinem Blog berührende Lebensgeschichten sammeln, damit wir gemeinsam wieder lernen können, den Menschen um uns herum zuzuhören. Falls Ihr Fragen oder Anliegen habt, kontaktiert mich jederzeit unter pin.chen[at]live.com.

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  1. Jetzt muss ich gerade grinsen 😀 Schön dich kennenzulernen Alina! Ich bin überaus glücklich gewesen als du mir heute auf meinem Blog auf einem Artikel geschrieben hast. Du bist wieder da, dachte ich! So ists auch. So schön 🙂
    Ich freue mich auf deine Texte und vor allem auf das was du erlebst. Ich liebe deine Schreibweise und ich mag einfach die Person, die das dort alles schreibt. Manchmal versteh ich das selbst nicht. Viele Menschen verraten durch ihr Schreiben und ihrer Ausdrucksweise mir persönlich so viel, sodass ich diejenigen einfach toll finde. Manchmal kommt das bei einigen Menschen richtig gruselig an, wenn ich denen das sag und genau deswegen halt ich mich manchmal so gut es geht diskret.
    Es gibt Menschen, die ich über die verschiedenen Blogs kennenlerne, mit denen ich gerne mehr schreiben würde als nur einen Kommentar abgeben. Ich würde sie so gern richtig kennenlernen irgendwie, aber ich habe Angst, dass ich sie verschrecke. Auch diese Offenbarung hier macht mich unsicher.
    Was ich damit sagen will ist, dass ich wirklich schon gern mit dir schreiben würde wollen als nur hier, aber das ist ein Thema, was ich nicht selbst gern von mir aus eingehe.
    Auf jeden Fall freue ich mich auf deine Erlebnisse und all das „Alina-Dasein“ 😀

    Liebe Grüße,
    Sarah 🙂

    Antwort
    • Hallo, liebe Sarah!
      Jetzt muss ich auch grinsen.
      Da krieg ich ja ganz rote Ohren, wenn du so nett schreibst. Verschrecken tust du mich damit nicht, eher im Gegenteil. Wir können uns sehr gerne außerhalb des Blogs schreiben.
      Es tut mir auch Leid, dass ich manchmal so launisch bin, alles an den Nagel hänge und mich dann wieder zurück in die Blogwelt schleiche. Ich werde versuchen, in Zukunft immer eine Nacht über solche Entscheidungen zu schlafen – ein Rat, den mir mein Freund händeringend immer wieder vorträgt.
      Fühl dich also nicht unsicher mit deiner Offenbarung, ich finde sie mutig und schön.
      Und meine Email-Adresse kennst du ja: pin.chen[at]live.com. 😉
      Die behalte ich als Andenken an die Pinchen-Zeit.
      Früher war „Pinchen“ in Form von „Alinchen-Pinchen“ auch ein fester Bestandteil meines Namens. Sofern ich nichts angestellt hatte. 🙂
      Ich wünsche dir einen schönen Sonntag und nochmal danke für deinen lieben Kommentar!

      Liebe Grüße
      Alina

      Antwort
      • Hallöchen Alina!
        Jetzt freu ich mich, dass du mich nicht irgendwie für immer ignorierst 😀 Hahaha! Manchmal übertreib ich mit meinen Befürchtungen tierisch.
        Ich finde nicht, dass du bis jetzt irgendwie launisch rüberkamst. Ich kann deine Gedankengänge verstehen, vor allem weil du eigentlich anonym bleiben wolltest. Ich kanns verstehen, wirklich. Dennoch bin ich überglücklich, dass du jetzt wieder da bist und dein Freund dir so gute Ansagen macht, haha 😀
        Ich werd mich melden 🙂
        Immer solche ähnlichen Namen am eigentlichen Namen.. das kenn ich irgendwie 😀
        Den wünsche ich dir auch und ich bin froh dir einen geschrieben zu haben!

        Liebe Grüße,
        Sarah

  2. Ach das doch so schön!! Freue mich sehr, dass du wieder schreibst Alina. Und wie du schon sagst, bloggen ist nichts festes, kein Vertrag. Manchmal kann man viel schreiben, manchmal dauert es 3 Wochen. Und auch wenn dein Kursteilnehmer hier mit liest, du brauchst deswegen keine Angst haben. Schreib einfach so, wie du es die ganze Zeit getan hast.

    Liebe Grüsse

    Paul

    Antwort
  3. Yayy! Schön wieder von dir zu hören!
    Anonym zu bleiben ist selbst im Internet nicht immer möglich. Trotzdem finde ich es nicht schlimm, denn du schreibst ja gute Sachen und greifst nicht irgendjemanden an.
    Mach weiter und lass dich nicht beirren. Ich denke du machst alles richtig. Und solange du Spaß bei der Sache hast und wir auch ist doch alles klar 🙂

    Antwort
  4. Ich muss auch gerade grinsen… 😀
    Habe mich ja immer wieder auf deinen Blog verirrt, weil ich mich irgendwie nicht dran gewöhnen konnte, dass es hier nichts mehr zu lesen gibt. Konnte mir aber auch irgendwie nicht vorstellen, dass du von einem Tag auf den andern aufhörst hier zu bloggen.
    Schön, dass du wieder da bist – ich find’s toll, dass du wieder schreibst 🙂

    LG
    Tauchaussie

    Antwort
  5. Hallo Alina,

    schön, wieder von dir zu lesen. Du hättest mir schon gefehlt. Ich freue mich schon auf die nächsten Beiträge.

    LG

    Antwort
  6. Juhu, ich freue mich sehr das zu lesen.
    wirklich, wirklich schön.
    Danke das du weiter machst.

    Antwort
  7. Spät zwar, aber von Herzen: Herzlich willkommen zurück! Schön, dass Du wieder da bist, Alina!

    Antwort

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