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Schlagwort-Archive: Bernie

Intensivstation – der eitle Doppelgänger

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Es gibt Momente im Leben, da stellt man sein komplettes Dasein in Frage. Das Selbstbild und -bewusstsein, Erinnerungen an das eigene Spiegelbild, Träume, Wünsche und Hoffnungen, alles stürzt ein wie ein schlecht gebautes Kartenhaus. Einen solchen Moment erlebte ich auf der neurochirurgischen Intensivstation, als ich Frau Schneider kennenlernte.

Der Pfleger, dem ich zugeteilt war, ließ sich kaum blicken und verbrachte seine Zeit lieber auf anderen Stationen. Wie er mir erklärt hatte, suchte er nach einer neuen beruflichen Herausforderung und versuchte aus diesem Grund, seine Vollzeitstelle auf eine andere Station umzuschreiben. Da wir nur zwei Patienten in einem Zimmer zu betreuen hatten, verbrachte ich die meiste Zeit zwischen den Betten, um  Kleinigkeiten zu sortieren, Elektroden neu zu kleben, die Pflegekurve zu schreiben und die beiden älteren Frauen zu waschen. Die erste Patientin, die ich mit den angegrauten Lappen wusch, lag im Koma und reagierte nicht auf meine leisen Erzählungen. Die zweite Patientin schlug jedoch die Augen auf, als ich ihren Arm anhob, um ihre Achsel zu säubern. Sie stieß einen spitzen Schrei aus.

Ich hob die Hände und sagte: „Verzeihen Sie. Ich wollte Sie nicht erschrecken. Ich würde Sie gern waschen, wenn Sie nichts dagegen haben.“

Ihre kreisrunden, wässrigen Augen starrten zu mir hoch. „Kerstin!“ Lies den Rest dieses Beitrags

Intensivstation – Die Deutsche Eiche

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Mein Seminar ist vorbei, die Arbeit am Institut ist erledigt. So sitze ich nun mit meinem Freund im Wohnzimmer auf der Couch und habe die Beine bequem auf dem Couchtisch abgelegt. In einem Monat beginnt die Ausbildung zur Sterbebegleiterin, ich bin mir gar nicht sicher, ob ich die Krankenhausgeschichten bis dahin abhandeln kann. Zur Not muss ich mit Überschneidungen berichten, das ist hoffentlich nicht zu verwirrend.

Der große, zähe Block der Intensivstation liegt vor mir. Die Erinnerungen sind teilweise verschwommen und sehr durchwachsen, da es die unfreundlichste Station war, auf der ich gearbeitet habe. Es gab zwar einige Ausnahmen, doch insgesamt war die neurochirurgische Intensivstation ein sechswöchiger Abschnitt meines Praktikums, den ich lieber weggelassen hätte. Stattdessen wäre ich lieber länger auf der Notaufnahme geblieben oder früher in den Kreißsaal gegangen. Aber der Ausbildungsvertrag mit dem Krankenhaus sah eben Anderes vor.

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Meinen ersten Tag auf der Intensivstation trat ich mit gemischten Gefühlen an. Von mehreren Seiten war ich bereits vorgewarnt worden, dass die neurochirurgische Intensivstation keinen Hehl daraus machte, dass Praktikanten eine Belastung waren. Nun, ganz Unrecht mag diese Station nicht damit haben. Praktikanten sind in den ersten Tagen tatsächlich eine Belastung, wie jeder andere neue Mitarbeiter auch. Sie wissen nicht, welche Routine die Station am Laufen hält, wer wieviel zu sagen hat, wie der Umgangston ist, wo die Medikamente, Sauerstoffflaschen oder Rea-Wagen sind. Dass sie ab und zu im Weg stehen oder tatenlos herumsitzen, wenn sich niemand um sie kümmert, ist daher ganz normal.

Ich habe allerdings noch keinen Praktikanten kennengelernt, der keine Lust gehabt hätte, etwas Neues zu lernen. Insofern lohnt es sich, ein wenig Zeit und Mühe zu investieren, damit der Praktikant bald zu einer Hilfe wird und sich in die Station einbringen kann. Ich kann aber nicht sagen, inwieweit ich als eingefleischter Mitarbeiter einer Station nach drei Jahrzehnten noch die Muße hätte, von Grund auf den Urschleim des Stationslebens begreifbar zu machen, also halte ich mich mit Urteilen diesbezüglich lieber zurück.

Ich kam pünktlich zur Teambesprechung hinter dem Empfangsschalter. Eine kleine Schwester mit dunklen Locken und Brille sah mich irritiert an. „Wer bist denn du?“ Lies den Rest dieses Beitrags

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