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Schlagwort-Archive: Hospizkurs

Kurseinheit 10 – Kleine Teile von dir…

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Stell dir vor, du stehst einem Menschen gegenüber, der dich auf eigentümliche Weise tief berührt. Seine strengen Gesichtszüge, der konzentrierte Zug um den Mund. Das Leben, das durch seine Augen dringt und dich daran hindert, den Blick abzuwenden. Die unter dem forschenden Blick in Furchen gelegte Stirn, an deren Seite eine kleine Ader pocht. All das nimmst du gleichzeitig auf, während dein Gegenüber dich prüfend mustert.

Irgendwo hast du ihn schon einmal gesehen, diesen Menschen. Da ist etwas in deiner Brust, ein dumpfes Erkennen, ein schnellerer Herzschlag. Das Gesicht ist dir so vertraut. Hinter deiner Stirn arbeitet es. Bilder blitzen auf und verschwinden, bevor du nach ihnen greifen kannst. Es ist so unruhig in deinem Kopf, dass du für einen Moment die Augen schließt. Als du sie wieder öffnest, ist der Mensch immer noch da und sieht dich an. Was liest du in seinem Blick? Sorge? Oder ist es Mitleid? Plötzlich wandeln sich seine Züge und verzerren sich zu einer wütenden Maske. Dieselbe Wut schießt nun durch deine Adern. Es jagt dir Angst ein. Als du diesen Menschen von dir stoßen willst, rutschen deine Hände über eine glatte Fläche, die zwischen euch steht. Lies den Rest dieses Beitrags

Kurseinheit 9 – „Ich hatte es schon im Gefühl…“

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Am Abend der neunten Kurseinheit fühlte ich mich irgendwie ausgelaugt. Das kann daran gelegen haben, dass ich seit neuestem an drei Tagen in der Woche um sechs Uhr morgens aufstand, um Joggen zu gehen. Oder es lag daran, dass weder meine Kondition noch mein Biorhythmus dieses Spiel mitspielen wollten. Und meine Laune schon gar nicht.

Ich sah den Zahlen unseres Digitalweckers beim Wandern zu und sank tiefer in die Kissen. Draußen war es grau, windig und nass. Den ganzen Tag hatte es geregnet und gestürmt, daher hatte ich wenig Lust, mich aus der warmen Decke zu schälen und die Couch zu verlassen.

Meine Faulheit steckte den Kopf durch die Wohnzimmertür. „Na? Müde?“

„Nein, geht schon“, sagte ich, machte jedoch keine Anstalten, mich von der Stelle zu bewegen. „Ich geh gleich los.“

Die Faulheit grinste und setzte sich auf die Couchkante. „Vielleicht solltest du dir einen Kakao machen und das Buch weiterlesen. Ist doch gerade so spannend. Und du hast doch heute schon so viel gemacht.“

Müde fuhr ich mir über die Augen und nickte. „Stimmt. Und ich bin wirklich müde. Ich kann ja das nächste Mal wieder hingehen, ich habe schließlich noch nie gefehlt.“

Das Gesicht der Faulheit wurde weich, als sie säuselte: „Genau, lehn dich zurück, du hast es dir verdient. Komm, ich rück dir die Kissen zurecht. Draußen ist es eklig nass und kalt, aber hier ist es schön warm und ruhig.“

Aus dem Augenwinkel sah ich, dass der stumme Vorwurf sich ebenfalls ins Zimmer geschlichen hatte. Seinem Namen entsprechend sagte er nichts, sondern sah mich nur mit zusammengepressten Lippen an. Ich versuchte ihn zu ignorieren und griff nach dem Buch, das mir die Faulheit reichte. Als ich es aufschlug, sah der stumme Vorwurf missbilligend aus. Wenn er nicht mit dem Starren aufhörte, würde ich mich kaum auf das Lesen konzentrieren können. Lies den Rest dieses Beitrags

Momentaufnahme Nr. 11 – Die Kunst des langsamen Laufens

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Hallo, ihr Lieben!

Nach einer Phase voller Arbeit und Uni melde ich mich von Berlin aus zurück. Ich besuche meine Familie, da der Abiball meiner Schwestern ansteht und alle meine Geschwister und Eltern geschlossen mitgehen.

Ich habe in den letzten Tagen ein Interview mit einer Frau von der Notfallseelsorge im Telefondienst geführt, eine weitere Kurseinheit hinter mich gebracht und Bewerbungen geschrieben. Nach meinem Abschluss würde ich gern ein Praktikum machen, um zu sehen, wohin es mich treibt. Ich habe zu Hospizdiensten in der Hauptstadt Kontakt aufgenommen, weil es momentan so aussieht, als könnte ich den Hospizkurs durch die große Entfernung nicht zu Ende bringen. Das wäre unglaublich schade, deshalb hoffe ich, dass ich parallel bei einem anderen Dienst in einen bereits laufenden Kurs einsteigen kann, um den Abschluss noch zu schaffen, bevor es in ein Masterstudium geht.

Ich kann mir vorstellen, dass die Koordinatoren davon nicht allzu begeistert sein werden, wenn jemand Fremdes dazustößt, doch ich hoffe einfach mal, dass es irgendwie klappt, ansonsten muss ich eine andere Lösung finden.

Heute möchte ich über ein Thema schreiben, dass mich seit frühester Kindheit begleitet und noch immer großen Einfluss auf mein Erleben hat.

Euch wünsche ich eine schöne Woche mit ganz viel Sonne!

—-

Wenn ich im Buchladen stehe und Biographien von fremden Menschen in der Hand halte, denke ich manchmal darüber nach, wie meine eigene Lebensgeschichte in Buchform aussehen würde. Ich male mir den Buchdeckel aus, auf dem in meiner Fantasie meist Schwarz-Weiß-Fotografien von Kleinigkeiten des Alltags abgebildet sind. Ein Straßenschild, das mir regelmäßig das Haus einer guten Kindheitsfreundin ankündigte. Oder ein Gullideckel, auf dem ich als Kind mit einer anderen Freundin stand, um Geheimnisse auszutauschen und Pläne zu schmieden. Oder die Tür meines alten Zimmers, die ich in meiner Pubertät mit Fotos, Malereien und Sprüchen zupflasterte. Meine Schublade, in der alle meine Familienfotos und ungeöffneten Briefe liegen.

Kleine Dinge, über die ich im Alltag stolpere und die mich innehalten lassen. Fest steht aber bereits der Titel des imaginären Buches.

Die Kunst des langsamen Laufens. Lies den Rest dieses Beitrags

Geschützt: Kurseinheit 3 – Kraft und Stärke

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Kurseinheit 2 – bis in meine Träume

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Neulich wachte ich mitten in der Nacht auf und brauchte einen Moment, um mich zurechtzufinden. Neben mir lag mein Freund und atmete ruhig und gleichmäßig vor sich hin, sein Gesicht war entspannt und friedlich. Oft hilft es mir beim Einschlafen, ihn eine Weile zu betrachten und die Sanftheit seiner Züge auf mich wirken zu lassen, doch dieses Mal war es anders. Er war der Bösewicht in meinem Traum gewesen.

Mein Traum-Ich saß in der Küche und las Zeitung. Mein Traum-Freund saß mir gegenüber und trank Tee.

„Jetzt wirst du bald deinen ersten Kunden treffen.“

Ich nickte. Er sprach von dem Sterbenden, der jeden Moment an unsere Tür klopfen sollte. „Ja, ich weiß.“

Langsam und angewidert schüttelte er den Kopf. „Das ist so selbstsüchtig von dir. Er wird bald sterben und du lässt ihn bis hierher laufen. Es ist kalt draußen.“

Verwirrt hob ich den Kopf und sah ihn an. „Meinst du? Hat er kein Taxi genommen?“

„Das wäre ja noch schöner“, zischte er. „Auch noch das Geld aus dem Fenster werfen, damit für seine Familie nichts mehr bleibt! Die werden hungern müssen, weil du nur dich gesehen  und nicht an Andere gedacht hast.“ Lies den Rest dieses Beitrags

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