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Schlagwort-Archive: Musik

Momentaufnahme Nr. 13 – Mein Wert, mein Weg, mein Wunsch

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Seit ich meine Abschlussarbeit abgegeben habe und über 600 Kilometer zwischen meinem Freund, meiner alten Heimat und mir liegen, habe ich viel Zeit. Natürlich nutze ich diese Zeit oftmals sehr unproduktiv. Ich schaue mir Serien an, trinke dabei Tee, telefoniere mit Freundinnen, unternehme Shoppingausflüge mit meinen Schwestern und schlafe. Zwar arbeite ich bei meinem Vater in der Firma mit und bin deshalb tagsüber viel und lange unterwegs, doch die Abende, die ich normalerweise mit meinem Freund verbracht hätte, nutze ich nach dem Studium gern zum Nichtstun. Seit einigen Tagen bin ich damit jedoch unzufrieden. Manchmal braut sich in meiner Brust ein solcher Druck zusammen, dass ich freiwillig Fachliteratur zum Thema Konstruktionsgrammatik lese, damit ich das Gefühl habe, etwas Sinn- und Anspruchsvolles getan zu haben. Es ist, als könnte ich mich selbst nicht in Ruhe lassen, als müsste ich meinen Wert darüber definieren, was ich den lieben langen Tag tue oder eben unterlasse. Lies den Rest dieses Beitrags

Fragerunde Nr. 4

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Erneut haben sich in meinem Postfach einige Fragen angesammelt, die ich an dieser Stelle beantworten möchte. Morgen Abend kommt mein Freund aus dem Skiurlaub zurück, darauf freue ich mich schon! Ansonsten stehen bei mir Anfang Februar einige Klausuren an, deren Lernsteff noch gepaukt werden will. Aber ich werd versuchen, den Blog nicht wochenlang brachliegen zu lassen und kommende Woche über das „Projekt Danke“ zu berichten. Euch wünsche ich einen schönen Start ins Wochenende und dass ihr schöne Pläne und/oder viel Erholung habt!

Ich lese deinen Blog jetzt seit Beginn an. Am Anfang hab ich nie gedacht, dass ich das auch mal für mich in Betracht ziehen könnte, aber da du ja in den Kurseinheiten-Einträgen von den anderen Teilnehmern ganz normal berichtest hast, wäre das vielleicht auch was für mich. Es wirkt nicht so, als müsste man ein besonderer Typ Mensch sein, um das machen zu können. Meinst du, dass ich das machen könnte?

Ich finde es super, dass du dich für eine ehrenamtliche Tätigkeit als Sterbebegleiterin interessierst. Ich kenne dich natürlich nicht persönlich, aber ich kann dir sagen, dass die Charaktere in meinem Befähigungskurs bunt durcheinander gemischt sind. Mit Sicherheit gibt es sterbende Menschen, zu denen du als Begleiterin gut passen würdest. Wenn du für dich austesten möchtest, ob du in der Lage bist, das Leid, was da teilweise auf dich zukommt, auszuhalten, nimm Kontakt zu einem Hospizdienst in deiner Nähe auf. Mir steht der große „Praxistest“ auch noch bevor, aber ich habe schon das Gefühl, dass wir gut darauf vorbereitet werden. Im besten Fall wirst du von der örtlichen Koordinatorin individuell beraten, was deine Einsatzmöglichkeiten angeht. Die Ausschlusskriterien (die bei uns allerdings nicht allzu streng gehandhabt wurden) liste ich dir sicherheitshalber noch einmal auf:

  • Du hast eine psychische Erkrankung, die deine Stabilität beeinträchtigt und dir das Begleiten unmöglich macht.
  • Du hast vor kurzem einen Angehörigen oder nahestehenden Menschen verloren und bist noch mit deiner Trauer beschäftigt.
  • Du bist Mitglied in einer Vereinigung, die sich für aktive Sterbehilfe ausspricht/einsetzt.

Wenn du diese Punkte nicht oder nur zum Teil erfüllst (wobei es nicht gerade die aktive Sterbehilfe sein sollte, das könnte das Ganze verkomplizieren), geh einfach mal zum Einzelgespräch. Schaden kann es nicht. Und falls es dann doch nichts sein sollte, kannst du es unter Erfahrungen verbuchen und einen anderen Weg einschlagen. Wichtig ist nur, dass du dich dort gut aufgehoben fühlst und aufgefangen wirst, wenn du über etwas stolperst, was dir im Magen liegt. Bei mir im Kurs sitzen nur normale Menschen. Und normale Menschen haben Grenzen. Halt mich auf dem Laufenden, wie du dich entscheidest, das würde mich sehr interessieren.

Wann begleitest du denn deinen ersten Sterbenden? Und berichtest du davon dann auch? Wär cool!

Wenn ich die Hälfte des Kurses absolviert habe, darf ich meine erste Begleitung übernehmen. Das ist so Mai/Juni der Fall. Klar berichte ich davon auch, aber ich werde weiterhin die Namen verändern und keine Informationen herausgeben, die Rückschlüsse auf die Personen zulassen. Meine Erfahrungen als Sterbebegleiterin unterliegen ja der Schweigepflicht.

Du interessierst dich so für den Tod, obwohl du erst Anfang 20 bist. Das finde ich irgendwie komisch und gothicmäßig. Gerade du bist doch noch so weit weg davon. Du könntest einfach mehr über das Danke-Projekt bloggen, das macht gute Laune!

Vielleicht entsteht langsam ein bestimmtes Bild von mir: Eine abgebrannte Studentin mit schwarz gefärbten Haaren, vielen Piercings und Heavy Metal-Aufnähern an ihrer zerfledderten Tasche sitzt vor dem Laptop und hackt Texte über den Tod in die Tasten. Da sie etwas Geisteswissenschaftliches studiert, hat sie so viel Freizeit, dass sie den ganzen Tag in morbiden Fantasien schwelgen und sich die Fingernägel dunkel lackieren kann. Wäre irgendwie schön, ist aber nicht so. Mein Freund hört Metal, ich bin eher Fan von arabischer, klassischer (Harfe!) und ruhiger Musik, obwohl es auch mal ein wenig Rock sein darf. Meine Haare sind nicht gefärbt (obwohl sie mal aus Versehen schwarz waren, aber das ist zum Glück vorbei) und ich habe keine Piercings. Ich beschäftige mich tatsächlich viel mit dem Thema Tod, aber momenten nähere ich mich dem Ganzen eher von der wissenschaftlichen Seite an. Ich lese „Interviews mit Sterbenden“ von Elisabeth Kübler-Ross, ein Nachschlagewerk der Palliativmedizin und einige Studien zur Lebenszufriedenheit, die in Hospizen durchgeführt wurden. Tod und Sterben einfach von sich zu schieben, finde ich problematisch. Nicht nur, weil man sein Leben von Vornherein so gestalten kann, wie man es sich eigentlich wünscht, wenn man im Hinterkopf behält, dass unsere Zeit begrenzt ist. Auch weil eine bestimmte Gruppe unter einer solchen Einstellung leidet: die Sterbenden. Was mich besonders motiviert, ist die Sterbenden vor dem „sozialen Tod“ zu bewahren. Ich finde es schlimm, dass Menschen allein im Krankenhaus/im Hospiz/zu Hause liegen und ihre ehemaligen Freunde kaum noch zu Gesicht bekommen. Weil das Thema bei Einigen Ängste auslöst, mit denen sie sich nicht konfrontieren wollen, meiden sie den Kontakt zu Menschen in der letzten Lebensphase. Das finde ich zwar nachvollziehbar, aber für den Sterbenden einfach unglaublich traurig. Man sollte nicht allein und mit dem Gefühl sterben müssen, kein Recht auf einen würdevollen, gesellschaftlich anerkannten Tod zu haben, sondern still und leise vor sich hinleiden zu müssen, um niemanden zu stören. Deshalb setze ich mich für die Hospizbewegung ein. Das ist meiner Meinung nach keine Frage des Alters. Du hast aber Recht, „Projekt Danke“ macht mir auch gute Laune. Deshalb wird es auch weiterhin Bestandteil meines Blogs bleiben. Wenn dir bestimmte Einträge zu traurig sind, dann überspring sie doch einfach.

Was studierst du eigentlich genau? Was mit Sprachen, Psychologie und Pädagogik, konnte ich bisher rauslesen. Was soll das denn für ein Fach sein?

Haha, manchmal frag ich mich das auch. Nein, im Ernst: Du hast schon ganz gut auf den Punkt gebracht, was ich studiere. Wenn ich den genauen Namen des Studiengangs verrate, kann man meinen Wohnort relativ genau feststellen, das wäre mir irgendwie unangenehm. Aber danke für dein Interesse.

Ich wurde übrigens wiederholt darauf angesprochen, dass ich ein Impressum brauche. Wie seht ihr das bzw. wie handhabt ihr das selbst? Das würde mich mal interessieren. An sich schadet es der Schweigepflicht, wenn ich meinen Namen unter all meine Erfahrungen setze. Habt ihr da Ratschläge oder Tipps?

Viele Grüße und euch ein schönes Wochenende!

Pinchen

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