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Praktikum auf der Notaufnahme – Aktenwirtschaft und der Blick fürs Wesentliche

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Das Wartezimmer der Notaufnahme war so gut wie immer überfüllt. Eine lange Schlange hatte sich bereits morgens am Schalter der Stationsleitung gebildet. Dicke, dünne, große, kleine, kranke, gesunde, verletzte, schlecht gelaunte und entspannte Menschen drängelten sich in der Menschenkette um einen Behandlungsplatz.

Manchmal ging es zu wie auf dem Marktplatz. Die Menschen riefen ihre Leiden quer durch den Raum und priesen sich als besonders dringende Patienten an.

„Eine Stichwunde! Ich habe eine Stichwunde! Sehen Sie?“

„Seit einer ganzen Woche habe ich keinen Stuhlgang mehr! Hören Sie? Seit einer Woche!“

„So viel Schleim habe ich ausgehustet! Schauen Sie!“

„Dreimal bin ich heute schon umgekippt! Dreimal, haben Sie gehört?“

Wie auf jedem Marktplatz gab es auch auf der Notaufnahme pro Tag einen notorischen Drängler, der seine Konkurrenten mit viel Körpereinsatz zu übertrumpfen versuchte, indem er seine Leiden direkt vor dem Schalter feil bot.

Ich stand neben Anke am Schalter, die für die Aktenanlegung und Einordnung der Patienten zuständig war, als sich ein junger Mann mit Dreadlocks nach vorne drängte und an den bereits wartenden Patienten vorbeischob. Wütendes Summen brandete auf. Am Schalter angekommen, riss er sich den Pullover hoch und zeigte uns seinen Bauch. Roter Ausschlag zog sich vom Hosenbund bis zur Brust. Er kratzte sich sie schuppige Haut und rief: „Das ist heute Morgen plötzlich aufgetaucht! Einfach so! Sie müssen mich schnell behandeln! Es breitet sich aus!“ Lies den Rest dieses Beitrags

Praktikum auf der Notaufnahme – Wir sind nicht zum Kämpfen hier

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Zu meinem fünfzehnten Geburtstag legte sich in meinem Kopf ein Schalter um. Ich musste unbedingt und auf der Stelle einen Sport anfangen, der mich im Alltag unterstützte und nachts gut schlafen ließ. Also fragte ich meinen Vater, ob er mich zu seinem Boxverein mitnahm. Er war sofort begeistert von dem Gedanken, seine eigene Tochter trainieren zu können und vereinbarte mit mir zwei Trainingseinheiten pro Woche. Die ersten Wochen konnte ich vor lauter Muskelkater nicht einmal mehr Marmeladengläser aufschrauben oder mich schmerzfrei im Bett auf die andere Seite drehen. Doch es war schön, einen gemeinsamen Nenner mit meinem Vater zu haben und darüber einen entspannteren Umgang pflegen zu können. Jahrelang blieb ich dem Boxsport treu. Er brachte viele angenehme Veränderungen in mein Leben. Mein Selbstbewusstsein wuchs, ebenso mein Vertrauen in meine Fähigkeiten. Mit 17 lernte ich während des Trainings einen großen und schönen Mann kennen, mit dem ich inzwischen eine Wohnung und mein Leben teile. Und mit 20, während des Praktikums auf der Notaufnahme, hatte ich weniger Hemmungen, mich gegen aggressive Patienten zur Wehr zu setzen.

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Wenn Sanne sich mit diesem bestimmten Gesichtsausdruck aus einem Behandlungszimmer schlich, gab es folgende Möglichkeiten: Der Patient entblößte ständig seine Geschlechtsteile, er beleidigte das Pflegepersonal in einer Lautstärke, die ihr unangenehm war, er war todkrank und wollte sich über den Tod unterhalten oder er schlug um sich wie vom Teufel besessen. Ich sortierte gerade Kanülen unterschiedlicher Größe in die Schubfächer der Nachfüllschränke ein, als sie leise die Tür des Zimmers hinter sich schloss. Als sich unsere Blicke trafen, zuckte sie ertappt zusammen. Sie deutete hinter sich und flüsterte: „Die ist mir ein bisschen zu wild. Ich soll noch mehr Waschlappen holen. Könntest du…?“ Lies den Rest dieses Beitrags

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