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Schlagwort-Archive: Zukunft

Momentaufnahme Nr. 14 – Fernweh

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Nanu? Was ist denn das? Etwa ein neuer Artikel nach einer unverschämt langen Pause? Vom anderen Ende der Welt und aus heiterem Himmel?

Ja, genau so ist es!

Hallo, ihr Lieben! Hoffentlich geht es euch gut und euer Leben verläuft so, wie ihr es euch zu Jahresbeginn ausgemalt habt (ein frohes neues Jahr im Nachhinein übrigens!).

Ich bin nach zwei Monaten Thailand und Vietnam in Laos angekommen, als Nächstes steht Kambodscha auf dem Plan. Mein Freund und ich haben beschlossen, uns ein halbes Jahr freizunehmen, um uns die Welt ein wenig anzusehen. Also durchqueren wir Südostasien und anschließend Australien und Neuseeland. Jedenfalls haben wir das vor, allerdings könnten uns die Finanzen auch vorher einen Strich durch die Rechnung machen.

Was ist inzwischen bei mir geschehen, das ich noch ausführlich aufschrieben muss?

  • Ich habe den Hospizkurs abgeschlossen und bin nun zertifizierte Sterbebegleiterin.
  • Ich habe meine Großmutter über ihr Leben in der Kriegs- und Nachkriegszeit interviewt.
  • Ich habe mich auf Spiritualität getestet und bin gescheitert.
  • Meine Artikelentwürfe über die Intensivstation, den OP und den Kreißsaal stapeln sich ungelesen in den Tiefen meines Laptops.

Es hat mir unglaublich gut getan, ein wenig Abstand von allem zu haben, durchzuatmen und ins Flugzeug nach Ganzweitweg zu steigen. Ich hatte gar nicht gemerkt, wie angespannt ich nach dem Studium war und wie sehr ich mich selbst mit Fragen gequält habe, die ich nicht beantworten kann. Ich sehe vieles jetzt klarer und in anderem Licht, meine Zukunft macht mir keine Angst mehr, ich freue mich auf sie.

In den letzten Wochen habe ich andere Lebensweisen kennengelernt, andere Sitten und Gebräuche, andere Einstellungen, was das Sterben und Wiederkehren angeht. In den Alltag eingewebten Glauben und spirituelle Zeremonien abseits der Routine. Und ich stelle immer wieder fest: Religion kann etwas Schönes sein. Die Art, wie mit dem Andenken an die Ahnen in den vietnamesischen Familien umgegangen wird, ist rührend und fremd zugleich. Die thailändische Einstellung zum Tod eine andere, die laotische Geschwindigkeit auf den Lebenswegen langsamer.

Es ist interessant und inspirierend, den Menschen hier beim Leben zuzusehen, Eindrücke und Lächeln zu sammeln, die Augen zu öffnen und sie offen zu lassen.

Ich entdecke neue Seiten an meinem Freund. Ich wusste nicht, dass er sich dafür begeistern kann, minutenlang vor einer Blüte zu sitzen und sie aus verschiedenen Perspektiven zu fotografieren, bis er ihre Farbe und Form perfekt eingefangen hat. Seine Geduld für Schönes war mir bisher unbekannt. Ich entdecke neue Seiten an mir. Ich wusste nicht, dass ich scharfes Essen ein bisschen mögen könnte und so furchtbar schlecht im Feilschen bin.

In vier Monaten kehre ich nach Hause zurück und es gibt Momente, in denen ich meiner Heimkehr entgegenfiebere. Andererseits denke ich manchmal, dass der Alltag noch ein wenig länger warten könnte. Ich bin angenehm hin- und hergerissen zwischen neu erwachendem Ehrgeiz und neugierig wunderbarer Faulheit. Wenn ich zurückkomme, trete ich den Hospizdienst an, beginne mein Masterstudium in Berlin und suche mir ein schönes Fleckchen, um dort mit meinem Freund zu wohnen.

Meinen Blog habe ich jedenfalls nicht vergessen und euch auch nicht. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und freue mich darauf, dass wir bald wieder voneinander hören!

Viele liebe Grüße aus Laos!

 

Alina

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Momentaufnahme Nr. 13 – Mein Wert, mein Weg, mein Wunsch

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Seit ich meine Abschlussarbeit abgegeben habe und über 600 Kilometer zwischen meinem Freund, meiner alten Heimat und mir liegen, habe ich viel Zeit. Natürlich nutze ich diese Zeit oftmals sehr unproduktiv. Ich schaue mir Serien an, trinke dabei Tee, telefoniere mit Freundinnen, unternehme Shoppingausflüge mit meinen Schwestern und schlafe. Zwar arbeite ich bei meinem Vater in der Firma mit und bin deshalb tagsüber viel und lange unterwegs, doch die Abende, die ich normalerweise mit meinem Freund verbracht hätte, nutze ich nach dem Studium gern zum Nichtstun. Seit einigen Tagen bin ich damit jedoch unzufrieden. Manchmal braut sich in meiner Brust ein solcher Druck zusammen, dass ich freiwillig Fachliteratur zum Thema Konstruktionsgrammatik lese, damit ich das Gefühl habe, etwas Sinn- und Anspruchsvolles getan zu haben. Es ist, als könnte ich mich selbst nicht in Ruhe lassen, als müsste ich meinen Wert darüber definieren, was ich den lieben langen Tag tue oder eben unterlasse. Lies den Rest dieses Beitrags

Erzähl mir deine Geschichte – Sally

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Es gibt ein kleines Jubiläum zu feiern! Dies ist der 50. Artikel, den ich hier veröffentliche. Deshalb habe ich beschlossen, eine neue Artikelserie zu starten. Ich würde gern ein paar Lebensgeschichten einfangen und die Meinungen der Menschen zum Leben und zum Tod niederschreiben, um andere Perspektiven aufzuzeigen und Einblicke in das Gefühlsleben interessanter Menschen zu gewähren.

Wie denken andere Menschen über ihren eigenen Tod? Welche Pläne, welche Wünsche haben sie für ihre Zukunft? Und was beschäftigt sie in ihrem Alltag? Wie stehen sie zur Vergänglichkeit des Lebens und was bereitet ihnen Kummer? Um diese Fragen zu beantworten, werde ich Interviews führen, die den Befragten viel Raum für ihr Antworten lassen.

Mein erstes Interview habe ich mit Sally geführt. Sie ist Prostituierte und hat ihre bisherige Ausbildung zur Trockenbauerin abgebrochen. Der Artikel, der auf der Basis ihrer Antworten entstand, ist in der Ich-Perspektive geschrieben, um zu verdeutlichen, dass es ihre eigene Geschichte ist. Viel Spaß beim Lesen und schöne Osterfeiertage!

„Sally ist eigentlich nicht mein richtiger Name. Aber wir alle hier haben uns einen Künstlernamen zugelegt, das ist einfach gesünder. Ich möchte auch nicht, dass meine Kunden meinen wirklichen Namen kennen und mich auf der Straße damit ansprechen. Zum Glück bin ich noch keinem von ihnen außerhalb des Clubs begegnet.

Ja, wir nennen es Club. Wir mögen das Wort „Bordell“ oder „Puff“ nicht sonderlich. Vielleicht ist das woanders nicht so, aber hier nennen wir es Club. Und was wir hier machen, das nennen wir arbeiten. Wahrscheinlich denken viele, dass ich den einfachsten Job der Welt habe, dass ich mich nur hinlegen und die Beine breit machen muss. Aber solche Leute mag ich nicht. Ich arbeite genauso hart für mein Geld wie alle anderen Berufstätigen auch. Und opfere dafür auch noch einen Teil meines Privatlebens. Es ist nicht so einfach, einen Mann kennenzulernen, wenn man in einem Club arbeitet. Schließlich werde ich regelmäßig mit den unterschiedlichsten Männern intim, das ist schon ein harter Brocken für den festen Freund. Momentan bin ich sogar vergeben, aber über die Arbeit reden wir aus Prinzip nicht. Lies den Rest dieses Beitrags

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