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Schlagwort-Archive: Familie

Kurseinheit 10 – Kleine Teile von dir…

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Stell dir vor, du stehst einem Menschen gegenüber, der dich auf eigentümliche Weise tief berührt. Seine strengen Gesichtszüge, der konzentrierte Zug um den Mund. Das Leben, das durch seine Augen dringt und dich daran hindert, den Blick abzuwenden. Die unter dem forschenden Blick in Furchen gelegte Stirn, an deren Seite eine kleine Ader pocht. All das nimmst du gleichzeitig auf, während dein Gegenüber dich prüfend mustert.

Irgendwo hast du ihn schon einmal gesehen, diesen Menschen. Da ist etwas in deiner Brust, ein dumpfes Erkennen, ein schnellerer Herzschlag. Das Gesicht ist dir so vertraut. Hinter deiner Stirn arbeitet es. Bilder blitzen auf und verschwinden, bevor du nach ihnen greifen kannst. Es ist so unruhig in deinem Kopf, dass du für einen Moment die Augen schließt. Als du sie wieder öffnest, ist der Mensch immer noch da und sieht dich an. Was liest du in seinem Blick? Sorge? Oder ist es Mitleid? Plötzlich wandeln sich seine Züge und verzerren sich zu einer wütenden Maske. Dieselbe Wut schießt nun durch deine Adern. Es jagt dir Angst ein. Als du diesen Menschen von dir stoßen willst, rutschen deine Hände über eine glatte Fläche, die zwischen euch steht. Lies den Rest dieses Beitrags

Erzähl mir deine Geschichte – Robert

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Ich traf Robert an seinem Arbeitsplatz, einem kleinen und alteingesessenen Bestattungsinstitut im Westen Deutschlands. Er übernahm den Betrieb seines Vaters, nachdem er seine Lehre als Tischler abgeschlossen hatte. Inzwischen ist Robert Ende Vierzig, hat zwei Kinder und führt eine glückliche Ehe. Er blickt auf über zwei Jahrzehnte Bestattererfahrung zurück.

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Ich bin ein wenig unsicher, was ich sagen soll. Bisher hat mich noch nie jemand um ein Interview gebeten. Also ich heiße Robert, bin 48 Jahre alt und habe mit meiner Frau zwei Kinder. Wir leben hier gut, es ist eine schöne Gegend, um Kinder aufzuziehen. Wir sind unglaublich schnell  im Grünen und haben trotzdem eine gute Anbindung an das Stadtzentrum. Meine Kunden schätzen die Ruhe, die von diesem Viertel ausgeht. Das ist auch sehr wichtig für die Gespräche, die ich mit ihnen führe, da wäre eine Lärmfassade wie in der Großstadt oder an der Hauptverkehrsstraße eher hinderlich. Lies den Rest dieses Beitrags

Gedankenspiel – Ein Familienmärchen

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Guten Morgen, ihr Lieben.

Ich habe mich in den letzten Tagen immer wieder mit den Themen Krebs und aktive Sterbehilfe auseinander gesetzt, da ich mich für meine Abschlussarbeit in die Materie einlesen muss. Dabei bin ich über eine Kurzgeschichte gestolpert, die ich vor einiger Zeit zu diesem Thema verfasst habe. Ich finde, dass sie sehr gut in diesen Blog passt und möchte sie deshalb mit euch teilen.

Diese Geschichte ist kein Abbild meiner Familie, sie ist fiktiv und frei erfunden. Die einzige Überschneidung ist, dass ich meiner Mutter tatsächlich die Haare schnitt, als sie an Krebs erkrankte.

Ich schreibe in meiner Freizeit gerne die eine oder andere Kurzgeschichte, traue mich aber selten, sie jemandem zu lesen zu geben. Heute bin ich mal überdurchschnittlich wagemutig und zeige euch eine.

Habt einen schönen Freitag, bald ist Wochenende!

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Meine Mutter ist ganz aufgeregt. Heute werde ich ihr dabei helfen, ihre Haare zu schneiden. Sie trägt ihr dichtes Haar bis zur Taille, seit ich denken kann, mal geflochten, mal offen. Als Kind habe ich ihr kleine Zöpfchen ins Haar gedreht, die sie auch den ganzen Tag über tragen musste, denn sonst war das Geschrei groß. Auch ich bin ein wenig nervös. Die Schere in meiner Hand zittert ein wenig, als ich sie ansetze. Federnd gleitet sie durch das Haar meiner Mutter. Lies den Rest dieses Beitrags

Kurseinheit 7 – Spuren

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Bereits die siebte Kurseinheit liegt nun hinter mir. Es ist wirklich verrückt, wie schnell die Zeit vergeht und wie rasch der Befähigungskurs voranschreitet. Beinahe die Hälfte des Kurses ist geschafft, in sieben Monaten werde ich das Zertifikat in den Händen halten, welches mir erlaubt, in Zukunft in nahezu jedem Hospizdienst Deutschlands als Sterbebegleiterin zu arbeiten. Und in zwei Monaten werde ich meine ersten Begleitungen übernehmen dürfen.

Wenn nichts dazwischen kommt natürlich.

Man sagt mir häufig, dass ich dazu neige, mich auf die schönen Endresultate zu konzentrieren, statt die Dinge geplant und realistisch anzugehen. Diese schlechte Angewohnheit zeigte sich schon während der Abiturvorbereitung, als ich lieber in Katalogen nach dem passenden Kleid für den Abschlussball suchte, statt für die Prüfungen zu lernen. Oder während meines Umzugs in den Westen Deutschlands, als ich es vorzog, mir mittels Wohnmagazinen die hübsche Einrichtung der neuen Wohnung auszumalen, statt mein Hab und Gut in Kartons zu verpacken. Aber das ist eine andere Geschichte.

Setzt man sich mit dem Tod und dem eigenen Sterben auseinander, kommt man nicht umhin sich zu fragen, was von seinem Leben übrig bleibt, wenn es erlischt. Was ist es, was wir unseren Familien und Freunden hinterlassen? Was bleibt, wenn wir gehen? Erinnerungen? Fotos? Hörensagen? Oder stirbt das Andenken mit uns? Lies den Rest dieses Beitrags

Erzähl mir deine Geschichte – Sally

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Es gibt ein kleines Jubiläum zu feiern! Dies ist der 50. Artikel, den ich hier veröffentliche. Deshalb habe ich beschlossen, eine neue Artikelserie zu starten. Ich würde gern ein paar Lebensgeschichten einfangen und die Meinungen der Menschen zum Leben und zum Tod niederschreiben, um andere Perspektiven aufzuzeigen und Einblicke in das Gefühlsleben interessanter Menschen zu gewähren.

Wie denken andere Menschen über ihren eigenen Tod? Welche Pläne, welche Wünsche haben sie für ihre Zukunft? Und was beschäftigt sie in ihrem Alltag? Wie stehen sie zur Vergänglichkeit des Lebens und was bereitet ihnen Kummer? Um diese Fragen zu beantworten, werde ich Interviews führen, die den Befragten viel Raum für ihr Antworten lassen.

Mein erstes Interview habe ich mit Sally geführt. Sie ist Prostituierte und hat ihre bisherige Ausbildung zur Trockenbauerin abgebrochen. Der Artikel, der auf der Basis ihrer Antworten entstand, ist in der Ich-Perspektive geschrieben, um zu verdeutlichen, dass es ihre eigene Geschichte ist. Viel Spaß beim Lesen und schöne Osterfeiertage!

„Sally ist eigentlich nicht mein richtiger Name. Aber wir alle hier haben uns einen Künstlernamen zugelegt, das ist einfach gesünder. Ich möchte auch nicht, dass meine Kunden meinen wirklichen Namen kennen und mich auf der Straße damit ansprechen. Zum Glück bin ich noch keinem von ihnen außerhalb des Clubs begegnet.

Ja, wir nennen es Club. Wir mögen das Wort „Bordell“ oder „Puff“ nicht sonderlich. Vielleicht ist das woanders nicht so, aber hier nennen wir es Club. Und was wir hier machen, das nennen wir arbeiten. Wahrscheinlich denken viele, dass ich den einfachsten Job der Welt habe, dass ich mich nur hinlegen und die Beine breit machen muss. Aber solche Leute mag ich nicht. Ich arbeite genauso hart für mein Geld wie alle anderen Berufstätigen auch. Und opfere dafür auch noch einen Teil meines Privatlebens. Es ist nicht so einfach, einen Mann kennenzulernen, wenn man in einem Club arbeitet. Schließlich werde ich regelmäßig mit den unterschiedlichsten Männern intim, das ist schon ein harter Brocken für den festen Freund. Momentan bin ich sogar vergeben, aber über die Arbeit reden wir aus Prinzip nicht. Lies den Rest dieses Beitrags

Momentaufnahme Nr. 5 – Kleine Herzen und viel Liebe

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An einem Samstagabend zu Hause zu sitzen, ist nicht unbedingt der Traum eines jeden Studenten. Neben mir stapeln sich Lernunterlagen, Pädagogik-Bücher und halb aufgegessene Kekse. Und dennoch lerne ich nicht.

Warum?

Zum einen, weil ich ein von Natur aus sehr fauler Mensch bin. Ich muss mich immer überwinden, mich an den Schreibtisch zu setzen und lenke mich sehr schnell vom Arbeiten ab. Wie jetzt auch gerade.

Zum anderen geht mir die Unterhaltung von gestern durch den Sinn, als ich mit drei netten Frauen beim Abendessen saß und mich mit ihnen über Gott und die Welt unterhielt.

Es wurde der Gedanke formuliert, dass die Sterbebegleitung von Kindern einfacher und erfüllender ist als die von Erwachsenen. Daraufhin habe ich mir ein wenig Gedanken zu diesem Thema gemacht, ein interessantes Kapitel darüber gelesen und das Für und Wider abgewägt.

Ich selbst kann mir in meiner momentanen Position und mit meinem jetzigen Erfahrungsschatz nicht vorstellen, sterbende Kinder zu begleiten. Aber warum ist das so? Liegt es daran, dass ich Kinder als Schutzbefohlene empfinde oder mir bei ihnen nicht einreden kann, dass sie ja bereits ein schönes Leben hatten? Würde ich unbewusst meine Geschwister in ihnen wiederfinden und mich vor ihren Fragen nach dem Warum fürchten? Könnte ich einer Mutter in die Augen sehen, die ihr Kind in wenigen Monaten verlieren wird?

Laut Statistik leben in Deutschland ungefähr 22.500 Kinder, die an einer lebensbedrohlichen Erkrankung leiden. Diese Kinder versterben aller Voraussicht nach vor dem Erreichen des Erwachsenenalters, da ihre Krankheit nicht kuriert werden kann bzw. ein Therapieerfolg sehr unwahrscheinlich ist.*

Das ist eine unvorstellbare Zahl. 22.500 Familien müssen sich also in Deutschland mit dem Abschied von ihrem Nachwuchs befassen, müssen sich darauf einstellen, sich von ihrem Kind zu lösen und es sterben zu lassen. 22.500 Dramen spielen sich genau in diesem Moment ab, deren Ausmaße wir kaum erahnen können. Wie gehen Eltern damit um? Wird die Schuld beim Arzt oder beim Ehepartner gesucht? Wird mit dem Kind offen über den Tod gesprochen oder versteckt man sich hinter dem Alltag, um dem Kind wenigstens ein kleines Stück Normalität zu bieten und es Kind sein zu lassen? Wie gehen Kinder überhaupt mit dem Tod um? Lies den Rest dieses Beitrags

Kurseinheit 5 – Chips und Abschiede

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Hallo, ihr Lieben! Ich melde mich nach einer langen Pause zurück, entschuldigt, dass ihr so lange auf die nächsten Einträge warten musstet. Ich habe Klausuren geschrieben und im Lernstress festgesteckt. Der sich leider nicht ausgezahlt hat, ich muss zu den Wiederholungsterminen noch einmal ran, aber was soll’s. Jetzt hab ich jedenfalls Zeit und Luft, euch den fünften Kurstermin des Hospizkurses zu beschreiben und damit ein wenig von dem aufzuholen, was ich die letzten zwei Wochen versäumt habe.

Falls ihr über das neue Design meines Blogs gestolpert seid – das musste einfach sein. Sissi bemerkte kopfschüttelnd, dass sich das Erscheinungsbild des Blogs von kitschig zu noch kitschiger gewandelt hat. Aber mir gefällt es. Es ist schön hell und verschnörkelt, so mag ich das.

Hoffentlich stört ihr euch nicht am Design, seid alle wohlauf und könnt ein wenig Sonne genießen! Bei mir scheint sie gerade. Nicht nur wegen der Kringelschrift, Herzchen und Vögel.

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Es gibt einige Dinge, die mir unglaublich unangenehm sind. Zum Beispiel, wenn ich immer mit dem gleichen Fuß auf Fugen trete. Dann setze ich den anderen Fuß absichtlich auch auf ein paar Fugen, damit das Gleichgewicht wieder hergestellt ist. Ich mag es auch nicht, wenn Strohhalme oder Flaschenöffnungen auf mich gerichtet sind, das macht mich nervös. Aber am schlimmsten ist es, wenn mein Magen knurrt und meine Mitmenschen etwas davon mitbekommen. Die Geräusche, die mein Bauch im Hungersfall macht, sind mir sehr peinlich. Deshalb achte ich eigentlich immer darauf, etwas im Magen zu haben, bevor ich zu Univeranstaltungen oder Kurstreffen gehe.

Am Abend der fünften Kurseinheit war ich allerdings so in Eile, dass ich von der Bushaltestelle zum Gebäude rennen musste, um noch pünktlich anzukommen. Einen Bäcker gibt es in der Nähe der Kursstätte nicht, ich musste wohl oder übel mit leerem Magen durch das Gebäude huschen und auf meinen Sitzplatz im Stuhlkreis klettern. Lies den Rest dieses Beitrags

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